von Johannes Bonnekoh "In der Politik muss man Stehvermögen haben", sagt Inge Blask. Die 50-Jährige weiß, wovon sie spricht.

Denn bereits vor fünf Jahren bewarb sie sich um das Amt der Landtagskandidatin der SPD und unterlag damals Jürgen Antoni. Den schlug sie diesmal aus dem Feld und möchte ihm dennoch folgen: Antoni kam als Nachrücker in den Landtag, über dessen Zusammensetzung der NRW-Wähler am Muttertag nächsten Jahres, dem 9. Mai, per Wahl neu abstimmt. Inge Blask ist verheiratet, hat einen 21-jährigen Sohn und zwei Katzen. Die Regionalleiterin der Verbraucherzentrale NRW mit Büro in Iserlohn ist gelernte Diplom-Ökotrophologin und in der Politik "altgedient". So gehört sie dem Rat der Stadt Hemer nicht nur aktuell an, sie wirkte auch in der letzten Legislaturperiode hier und im Kreistag. Auf gut 25 Jahre Ehrenamt in der Kommunalpolitik bringt es die Frau, die beruflich von Siegen bis Lippstadt und in der Achse der Ruhrpott-Metropolen Dortmund-Bochum-Herne und Hagen für Finanzen, Personalmanagement und Verbraucherpolitik zuständig ist.Einen ihrer Schwerpunkte möchte die engagierte Frau "in der Schulpolitik legen." Und sie sprudelt, wenn sie von verfehlten Entscheidungen auf dem Rücken der Kinder spricht. Von einer Abwertung der Hauptschule, von einer falschen Weichenstellung nach Jahrgang vier in der Grundschule, von Schulversagern und Rückkehrern von Gymnasien auf andere Schulformen. "Da werden Kinder ganz schnell in Schubladen gesteckt." Und mit ein wenig Stolz verweist sie auf "ihre" Stadt Hemer, wo es fraktionsübergeifend gelang, eine Gesamtschule einzurichten. Klar streift die 50-Jährige auch das Turboabitur, das sie für falsch hält.
Dass sie es schwer hat im Mai 2010, weil die Umfragewerte ihrer SPD im Keller sind, räumt sie ein. Doch sei sie sich von Menden über Hemer, Balve, Neuenrade bis Plettenberg, ihren Wahlkreis 122 II nämlich, sicher, "die Unterstützung aller Ortsvereine zu bekommen."
Sie will sich zudem selbst tummeln: Auf Veranstaltungen, in Podiumsdiskussionen, bei Vereinen, Verbänden und "wo man mich haben will. Bitte, geben Sie mir die Möglichkeit, mich vorzustellen", wirbt sie in eigener Sache.
Einen sicheren Listenplatz hat sie noch nicht. Ob sie ihn bekommt, steht in den Sternen. "Darüber beraten Parteigremien im Dezember, der Landesparteitag abschließend im Februar 2010."
Ihre Rolle und Position zur Partei ,Die Linken'? "Die scheinen mir nicht regierungsfähig", kommt es kurz und knapp. Und zudem sagt sie selbstbewusst: "Ich trete an für eine starke SPD." Der Satz, der folgt, sagt viel über die engagierte Mutter und Kommunalpolitikern aus: "Wer politisch tätig ist, freut sich über Siege auf Zeit. Aber auch Niederlagen gibt es nur auf Zeit. Ich kämpfe dafür, dass ich auf der glücklichen Seite stehen werde."
Inge Blask hält für wichtig, die Rolle der Kommunen landesweit zu stärken. Sich um Kinder in den Kitas zu kümmern und tritt für "gleiche Lebensbedingungen für alle hier in NRW ein." Utopien? Unbezahlbare Spinnerei? Das sieht die 50-Jährige nicht so, verschweigt nicht die vielen Nothaushalte der Gemeinden im Land, nennt Haushaltssicherungskonzepte und Finanznot. Hier gelte es aufzuarbeiten, klar Schiff zu machen und dem Bürger reinen Wein einzuschenken. Das tut die Hemeranerin auch in Sachen Weiterbau der A 46. "Wir Hemeraner wollen den Lückenschluss. Ich habe Verständnis für die Sorgen der Mendener, eine richtige Linie zu finden mit einer Tunnellösung. Auf jeden Fall muss die Straße über Hemer hinaus gebaut werden - zur Not eben nur bis hinter Grohe."
Mendener Zeitung 27.11.2009







